Villa Hohenhof
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Villa Hohenhof und Umfeld

Die Villa Hohenhof umgeben von Bäumen und Wiesen.
Die Villa Hohenhof mit der historischen Gartenanlage

Die Villa Hohenhof und ihr Umfeld sind Hagens Beitrag im Bereich „Historische Gärten und Parks“. Seit 1999 ist der Hohenhof ein sogenannter Ankerpunkt der in Trägerschaft des RVR betriebenen Route der Industriekultur. Die Stadt Hagen als Eigentümerin des Hohenhofs betreibt das Gebäude als Außenstelle des Osthaus Museum Hagen. Der Garten des Hohenhofs wurde in das seit 2006 bestehende Europäische Gartennetzwerk (EGHN) als einer der Gärten des Ruhrgebiets in den Themenschwerpunkt "Geschichte der Gartenkunst" gewählt. Die Villa einschließlich der Garten- und Waldanlagen ist 2010 in die Denkmalliste der Stadt Hagen aufgenommen worden. Eine weitere Anerkennung erhielt der Hohenhof 2015 mit der Aufnahme in das Netzwerk berühmter Architektenhäuser des 20. Jahrhunderts ICONIC HOUSES. Es ist das einzige gelistete Gebäude im Ruhrgebiet und eines von zwei Gebäuden in NRW. Erkunden Sie hier die rekonstruierte Gartenanlage.

Die Rekonstruktion der historischen Gartenanlage

Grundlage der Rekonstruktion ist die Planung Henry van de Veldes aus dem Bebauungsplan von 1907. Haus, Garten und Siedlung sind nach der Planung van de Veldes durch vielfältige, achsiale Bezüge verbunden. Da der Hohenhof in einer Wiesenmulde zwischen zwei bewaldeten Höhen errichtet werden sollte, musste diese aufgefüllt werden. An der Ostseite steigt dadurch eine hohe Stützmauer aus dem Anger auf, welche die Ostterrasse gründet. Bau- beziehungsweise Detailzeichnungen speziell zum Garten liegen aus van de Veldes Feder leider nicht vor.

Aus dem großmaßstäblichen Plan van de Veldes von 1907 lässt sich keine Bepflanzung des Gartens erkennen. Weil Osthaus mit der Bepflanzung nicht zufrieden war, wandte er sich um das Jahr 1912 an den Gartenarchitekten Leberecht Migge aus Hamburg, um bei der Auswahl der Pflanzen beraten zu werden, der „in der Lage war, die in der Anlage liegenden Intentionen künstlerisch aufzufassen und gartentechnisch herauszuarbeiten, da diese im Wesentlichen feststand“.

Migge wartete mit einem üppigen und farbenfrohen Bepflanzungsplan auf, mit Rosen, Sommerblumen und Stauden sowohl im Nordhof, auf der Ost-Terrasse, im Brunnenhof, im Südgarten und sogar im Nutzgartenbereich auf der Westseite. Auch die eine oder andere räumliche Modifizierung nahm Migge vor. Und dies nicht unbedingt zum Gefallen van de Veldes. Da ebenfalls um das Jahr 1912 ein unverkauft gebliebenes Grundstück im Süden in den Garten des Hohenhofs einbezogen worden war und van de Velde den Anger und die Waldbereiche mehr oder weniger aus dem Bestand übernommen hatte, konnte Migge auf diesen Flächen ohne größere Einschränkungen durch van de Velde tätig werden. So unterteilte Migge den Ostwald in einen lichten und einen dunklen Wald, fügte einen Birkenhain, eine Rhododendronachse, eine Ebereschengruppe sowie Sitzplätze und Waldpfade ein. Im Westwald legte er einen hippodromförmigen Spielplatz an. Die vorliegende Pflanzplanung der L-A-E Landschaftsarchitekten Ehrig & Partner mbB, Bielefeld, orientiert sich daher für die gesamte Gartenlage des Hohenhofs an Migges Vorgaben.

Nordhof

Die Villa Hohenhof - vorne im Bild ist das Yin und Yan Zeichen erkennbar.
Die Villa Hohenhof - vorne im Bild ist das Yin und Yan Zeichen erkennbar.

Der Nordhof ist in seinen Wegestrukturen gut erhalten, weshalb hier vor allem pflanzliche Änderungen umgesetzt wurden. So gab es beispielsweise an der Remise drei Spaliere, die wiederhergestellt und mit Clematis montana berankt werden. Grundsätzlich bezeichnete Migge diesen Gartenraum auch als Frühlingsgarten, weshalb in den Beeten bodendeckende Frühlingsblüher und Geophyten zum Einsatz kommen sollen. Das Rasenoval im Nordhof wurde auf Migges Planung zurückgeführt und zu einem Yin-Yan-Zeichen ergänzt.

Auf dem Bild ist der Anger der Villa Hohenhof zu sehen.
Der Anger der Villa Hohenhof

Anger

Im Übergang zwischen Taubenhaus und Anger wurde die zusammengebrochene Mauer originalgetreu wiederhergestellt. Der Anger selbst ist, wie historisch belegt, ein Wiesenraum mit Obststreuwiese unterhalb der Straße am Stirnband. Ein Teil des Angers ist forstamtlich als Wald im Sinne des Bundeswald- bzw. Landesforstgesetzes abgegrenzt. Um den Blick von der Bastion zur Ostterrasse zu schaffen, ist der Waldrand stufig gegliedert.

Ostterasse

In diesem Bereich ist nach van de Veldes Vorgaben ein Mittelbeet entstanden, welches an den Gebäudekanten endet. Für die Bepflanzung sind gemäß Migges Entwurf Rosen in Verbindung mit Stauden vorgesehen. Eine zweite Kastanie, die Migge als Pendant zur nördlichen vorgesehen hatte, wurde erneut gepflanzt. Um die Kastanie herum steht entsprechend historischer Fotografien eine Rundbank.

Ostwald

Die Waldsaumkante soll mit einem dreireihigen Birkenhain nach Plänen von Migge aufgewertet werden. Der Birkenhain war ein charakteristisches Gestaltungselement der Jugendstilzeit. Zusätzlich wurden die aufgemauerten Treppenwangen und die angedeutete Böschung rekonstruiert. Die am Weg liegende Buddhagrube ist instand gesetzt und mit den vor Ort befindlichen Steinen als Trockensteinmauer neu aufgesetzt.

Der Garten der Villa Hohenhof mit Blick auf den weißen Blumenzaun.
Blick auf den Blumenzaun

Südgarten

Der Südgarten umfasst drei Rasenbereiche und wird nach Süden durch den sogenannten Blumenzaun, einen weiß lackierten Holzzaun, halbmondförmig gefasst und in der Mitte nach Süden in einer Achse vom Arbeitszimmer des Hauses zum Mausoleum durchbrochen. Ziel ist es, das Mausoleum am Ende der Südachse als Blickpunkt herauszustellen.

Westwald

Hier war ursprünglich von Migge ein Spielplatz in Form eines Hypodroms geplant. Auf einem historischen Foto ist eine Schaukel in Stahlbauweise erkennbar. Dieser soll als Waldspielplatz neu angelegt werden. Hierfür soll es während der Baumaßnahmen weitere gartenarchäologische Untersuchungen geben, um die genauen Abmessungen aus dem Miggeplan mit Befunden im Bestand abgleichen zu können.

Westgarten

Der Westgarten als ehemaliger Nutzgarten wurde in seiner Topographie rekonstruiert. Hier entstanden niedrige Mäuerchen, die ein Refugium für Reptilien und Amphibien sowie an Mauern gebundene Pflanzenarten bieten. Zusätzlich erfolgt die Erweiterung der Rotdornallee bis zur Straße.

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Symbolbild Sprechblase

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Logos der IGA und der Stadt Hagen
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