„Hagen-Pakt“: Integration von neu zugewanderten EU-Bürgern in den Arbeitsmarkt – Stadt Hagen eröffnet „Servicezentrum Europa“
Mittwoch, 26.August 2026Menschen aus der Europäischen Union bei ihrem Ankommen in Hagen unterstützen, sie in eine dauerhafte berufliche Eingliederung begleiten und missbräuchliche Zuwanderung in die Sozialsysteme frühzeitig und gezielt unterbinden: Mit diesem Ziel eröffnet die Stadt Hagen das „Servicezentrum Europa“ am Dienstag, 15. September, im Zentralen Bürgeramt im Volme Forum. Neben der Wohnsitzanmeldung erhalten Zugewanderte aus europäischen Mitgliedsstaaten hier in einer Erstberatung rechtliche Informationen und Hilfen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Terminbuchung erfolgt ab Dienstag, 1. September, online über terminvergabe.hagen.de . Das Servicezentrum Europa ist ein Baustein des „Hagen-Pakts 2026 bis 2035“ zwischen der Stadt Hagen und dem Land Nordrhein-Westfalen.
Bündelung von Kompetenzen
„Mit dem neuen Servicezentrum Europa schaffen wir nicht nur eine zentrale, niederschwellige Anlaufstelle für Menschen, die neu nach Hagen ziehen, sondern unterstützen sie beim Eintritt in den Arbeitsmarkt, denn dies ist ein Schlüssel für die Integration. Gleichzeitig wollen wir ein Verschwinden in missbräuchliche Strukturen und die gezielte Zuwanderung in die Sozialsysteme verhindern“, erklärt Oberbürgermeister Dennis Rehbein. So erfolgen die Beratungen nach einem festgelegten Ablauf, um den Neuzugewanderten die Grundlage für eine langfristige soziale und wirtschaftliche Integration zu ermöglichen und gleichzeitig missbräuchliche Ausgangslagen rechtzeitig zu erkennen und zu unterbinden. In einem ersten Schritt findet die Anmeldung des Wohnsitzes im Bürgeramt statt. Im Anschluss führen Mitarbeitende des Jobcenters Hagen in einem Erstkontakt ein erstes Orientierungsgespräch. Dabei werden die persönliche Situation erfasst, Fragen zu dieser sowie zur Arbeitsmarktintegration und zu möglichen Leistungsansprüchen erläutert und die nächsten Schritte besprochen. „Unser erstes Ziel ist es, den Menschen weiterzuhelfen und sie in eine Beschäftigung zu bringen“, sagt Holger Schmitz, Geschäftsführer des Jobcenters Hagen. Im Falle möglicher Ansprüche anderer Leistungsträger erfolgt eine zielgerichtete Verweisberatung. Sofern komplexe Sachlagen bestehen, wird das Case-Management im Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Hagen hinzugezogen, das durch herkunftssprachliche Sprach- und Kulturmittelnde des Quartiersmanagements unterstützt wird. Diese begleiten die Zugewanderten bedarfsorientiert, koordinieren notwendige Hilfen und unterstützen bei der nachhaltigen Integration.
Neben Informationen rund um das Thema Arbeiten in Deutschland sollen wichtige, leicht verständliche Informationen zu den Themen Krankenversicherung, Wohnen, Müllentsorgung und Mülltrennung, Schule und Kinderbetreuung, Deutsch lernen, Rechte und Pflichten, Schutz vor Ausbeutung und unseriösen Arbeits- und Wohnverhältnissen sowie zu Behörden und digitalen Angeboten vermittelt werden.
Enge Zusammenarbeit für eine gelungene Integration
Das Servicezentrum Europa unterstützt den strukturierten Beratungsablauf vom Bürgeramt über das Jobcenter bis hin zum Case-Management und trägt dazu bei, dass neu zugewanderte EU-Bürgerinnen und EU-Bürger ihre ersten Schritte in Hagen zügig, eigenständig und zielgerichtet bewältigen können. Zudem sollen sie durch den gebündelten und frühen Kontakt passgenaue Angebote erhalten. Gleichzeitig soll durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hagen und dem Jobcenter Hagen durch die Nutzung aller Möglichkeiten der Vermittlung in Arbeit dem Sozialmissbrauch vorgebeugt werden. „Andere Ruhrgebietsstädte mit vergleichbaren Herausforderungen setzen bereits ähnliche Modelle um und haben damit gute Erfahrungen gesammelt“, erklärt Oberbürgermeister Dennis Rehbein. „Durch den gemeinsamen Austausch können wir nun mit einem auf Hagen zugeschnittenen Angebot an den Start gehen.“