Wildschweine in Helfe: Stadt Hagen startet Pilotversuch mit Vergrämungsmitteln
Dienstag, 30.Juni 2026Die wiederholte Sichtung von Wildschweinen insbesondere mitten im Wohngebiet und in unmittelbarer Nähe zur Grundschule Helfe sowie zu der benachbarten Kindertageseinrichtung sorgt weiterhin für Verunsicherung und Ängste in der Bevölkerung. Rund um das Schul- und Kitagelände hat der Wirtschaftsbetrieb Hagen ein biologisches Vergrämungsmittel in Form eines Geruchsstoffes ausgebracht. „Wir handeln und prüfen alle Möglichkeiten, die zu einer Verbesserung der Situation beitragen können“, erklärt Oberbürgermeister Dennis Rehbein.
Ob die Maßnahme den gewünschten Erfolg erzielt und die Tiere dauerhaft aus den sensiblen Bereichen fernhält, kann derzeit nicht abschließend beurteilt werden. „Niemand kann heute garantieren, dass dieses Vergrämungsmittel die erhoffte Wirkung entfaltet. Dennoch gilt: Wir lassen nichts unversucht, um die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren und neue Wege im Umgang mit der Wildschweinpopulation zu erproben“, so Rehbein weiter.
Aufklärungsarbeit für Schulen und Kitas
Parallel dazu setzt die Stadt Hagen verstärkt auf Information und Aufklärung. Alle Hagener Grundschulen und Kindertageseinrichtungen wurden angeschrieben und haben das Angebot erhalten, sich beim Wirtschaftsbetrieb Hagen umfassend zum Thema Wildschweine zu informieren. Dazu gehören Verhaltenshinweise, Informationsmaterialien sowie Empfehlungen, wie das Thema altersgerecht an Kinder vermittelt werden kann. Ergänzend hat die Stadt entsprechende Flyer erstellt.
Füttern verboten
Das Füttern von Wildschweinen ist strengstens verboten. Trotz wiederholter Appelle gibt es nach wie vor Hinweise auf Futterstellen in Helfe. „Wer Wildschweine füttert, trägt dazu bei, dass die Tiere ihre Scheu vor Menschen verlieren und gezielt Wohngebiete aufsuchen. Das gefährdet letztlich alle Beteiligten. Deshalb werden entsprechende Verstöße konsequent verfolgt“, betont Oberbürgermeister Dennis Rehbein. Das Auslegen von Futter stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird entsprechend durch das Ordnungsamt der Stadt Hagen und die Waste Watcher geahndet.
190 erlegte Wildschweine seit April
Darüber hinaus haben die Jägerinnen und Jäger ihre jagdlichen Aktivitäten im gesamten Stadtgebiet intensiviert. Im Rahmen dieser verstärkten Bejagung konnten bislang seit April 190 Wildschweine erlegt werden, 25 Tiere davon im Hagener Norden.