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Smart City Hagen
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Verwaltungsdigitalisierung

Auf einen Blick

  • Umsetzung des Onlinezuganggesetzes (OZG) im Serviceportal
  • Digitale Bürgerdienste

Digitale Bürgerdienste

Wer sein Kraftfahrzeug bisher entgegen der Verkehrsvorschriften geparkt hat und deshalb verwarnt wurde, musste auf unangenehme Post warten. Zukünftig können Betroffene in Hagen direkt auf das verursachte Knöllchen reagieren, denn ab sofort werden die Scheibenwischerverwarnungen durch das „Online-Knöllchen“, eine neue Benachrichtigungskarte mit individuellem QR-Code als Zugang zu dem Kein Link ausgewählt Online-Portal ersetzt.

Dort können sich Betroffene umgehend über den erhobenen Vorwurf und das Verwarn- beziehungsweise Bußgeld informieren. Tatbestände sowie die Höhe des Verwarnungsgeldes, die vom Ordnungsamt der Stadt Hagen vor Ort erfasst wurden, stehen ebenfalls zum Abruf zur Verfügung. Auch die Zahlungsinformationen können eingesehen und direkt in ein Online-Banking-Portal eingelesen werden. Zukünftig sollen weitere Online-Bezahlmöglichkeiten hinzugefügt werden.

Auch die Bescheide der Bußgeldstelle erhalten ein neues Erscheinungsbild. Unter anderem sind die Bußgeldbescheide, die Zahlscheine und die Verwarnungsgeldangebote nun ebenfalls mit einem individuellen QR-Code versehen. Dieser ergänzt die Zahlungsoptionen und erleichtert die Zahlung für die Betroffenen.

Mit dieser nutzerfreundlichen Neuerung können Parkverstöße umgehend bequem gezahlt werden und geraten somit nicht mehr in Vergessenheit. Ein Schreiben an die heimische Anschrift, die Firma oder den Autovermieter erfolgt – sofern das Bußgeld innerhalb einer Woche beglichen wird – nicht mehr. Falls Betroffene die Online-Funktion nicht nutzen möchten, können sie wie gewohnt auf die Zustellung der schriftlichen Verwarnung beziehungsweise Anhörung warten.

Daten energieeffizient, kostengünstig und sicher übertragen – dafür sorgt das moderne Funkübertragungsnetz „Long Range Wide Area Network“ (LoRaWAN), das in Hagen weiter ausgebaut wird. Die Stadt hat nun in Kooperation mit der ENERVIE Tochtergesellschaft ENERVIE Service (ESG) eine Senderbox, auch Gateway genannt, mit einer Antenne auf dem Dach des Verwaltungshochhauses installiert. Dabei handelt es sich um eine Schnittstelle zwischen dem Funkübertragungsnetz LoRaWAN und den zukünftig zu installierenden Sensoren und Aktoren, die einfache Schaltbefehle aus der Ferne umsetzen. So wird die Netzabdeckung in der Hagener Innenstadt verstärkt.


Christian Lazar, Leiter der städtischen Task Force Digitalisierung, und Henning Karl, Geschäftsführer ENERVIE Service, bei der Inbetriebnahme der LoRaWAN-Senderbox auf dem Dach des Verwaltungshochhauses. (Foto: Maximilian Gerhard/Stadt Hagen)
„Für unsere Bürgerinnen und Bürger koordinieren wir im öffentlichen Raum eine Vielzahl von Aufgaben – wenn wir über Sensoren vor Ort Ist-Zustände digital erfassen können und die Daten dann über das Funknetz an die einzelnen Behörden der Stadt weitergeleitet werden, ist das ein sehr effizientes Vorgehen“, erklärt Christian Lazar, Leiter der städtischen Task Force Digitalisierung. Für ihn steht fest: „LoRaWAN ermöglicht uns eine dezentrale Datenerfassung für ein zentrales Monitoring. Der exponierte Standort auf dem Verwaltungshochhaus ist hierbei prädestiniert um eine möglichst flächendeckende Netzabdeckung im Innenstadtbereich zu erreichen.“ Erste Anwendungen für die Bewirtschaftung städtischer Liegenschaften werden gemeinsam mit dem Fachbereich Gebäudewirtschaft vorbereitet. Ein smartes Monitoring für Rettungswege auf öffentlichen Flächen möchte die Task Force Digitalisierung zusammen mit dem Fachbereich für öffentliche Sicherheit, Verkehr, Bürgerdienste und Personenstandswesen in diesem Jahr umsetzen. „Auch der konsequenten Kooperation zwischen ENERVIE und der Stadt Hagen im Bereich LoRaWAN ist es zu verdanken, dass die Stadt Hagen im letztjährigen Smart City Ranking der Bitkom um 18 Plätze besser abgeschnitten hat als im Jahr 2019“, ergänzt Christian Lazar.

LoRaWAN als Grundstein für „Smart City“
„Unser LoRaWAN-Funknetz ist in der Fläche in unserer Region bereits installiert – in fast jedem Umspannwerk der ENERVIE Vernetzt und auch hier in Hagen auf dem Dach der ENERVIE Zentrale haben wir in Summe rund 100 Gateways installiert“, sagt Henning Karl, Geschäftsführer ENERVIE Service. „Parallel zum Aufbau haben wir auch durchweg positive Erfahrungen mit smarten Anwendungen und Sensoren wie zur Zutrittskontrolle und Temperaturmessung gesammelt. Je dichter ein Gebiet bebaut ist, desto mehr müssen wir besonders für Sensoren, die in Gebäuden oder in den Ver- und Entsorgungsnetzen eingebaut werden, gezielt nachrüsten – so wie hier nun im Hagener Innenstadtbereich.“ Das LoRaWAN-Gateway auf dem Verwaltungshochhaus eröffnet die Möglichkeit, smarte Verwaltungsabläufe auszuprobieren und bei Erfolg auch zum festen Bestandteil werden zu lassen. Über weitere Gateways plant ENERVIE Service gezielt den wachsenden Bedarf in den Städten der Region zu decken. Henning Karl betont: „In rund 80 Prozent unseres Netzgebietes können wir smarte Anwendungen für unsere Abläufe und auch im Auftrag von Kunden integrieren“.

Aufbau regionaler LoRaWAN-Infrastruktur
LoRaWAN spielt als Übertragungstechnik die Zukunftsmusik bei der Digitalisierung aller Lebensbereiche. Hier punkten aus Sicht der ENERVIE Gruppe die Reichweite, gute Gebäudedurchdringung, hohe Energieeffizienz und ein niedriger Wartungsaufwand der angeschlossenen Sensoren. Die Möglichkeiten, Aufgaben des Alltags intelligent zu steuern, wachsen mit der Anzahl neu entwickelter Sensoren. Diese können beispielsweise Betriebs- und Füllstände, Temperaturen, Stoffkonzentrationen und Zählerstände erfassen. Bereits im August 2020 ist ein Sauerstoff- und Temperatursensor im Ischelandteich in Betrieb gegangen. LoRaWAN bietet die Infrastruktur für intelligente Mobilitäts-, Ver- und Entsorgungsaufgaben. Das LoRaWAN-Netz von ENERVIE deckt mittlerweile 80 Prozent des Netzgebiets ab. ENERVIE nutzt im LoRaWAN eigene smarte Technologien und öffnet es auch für Kunden. So steht aktuell ein smartes Energieverbrauchs-Monitoring im Maschinenpark eines Industriebetriebes


Die Außenstellen des Hagener Bürgeramtes in Boele, Haspe und Hohenlimburg bieten einen neuen Service: Vor Ort gibt es ab sofort sogenannte „Self-Service-Terminals“, die Bürgerinnen und Bürger bei der Beantragung von Personaldokumenten helfen. Das Gerät kann biometrische Fotos, Unterschriften und Fingerabdrücke aufnehmen. Anschließend ruft ein Sachbearbeiter die jeweiligen Daten ab und fügt diese in den entsprechenden Antrag ein. Weil sich die Antragstellung erleichtert, profitieren auch die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bereits Ende 2018 ging der erste „Self-Service-Terminal“ im Zentralen Bürgeramt in Betrieb. Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern entschied sich die Stadt Hagen für eine Ausweitung des Angebots.

Einen Parkausweis bequem und einfach von zuhause aus beantragen – so ist ab sofort die Ausnahmegenehmigung der Stadt Hagen für das Anwohnerparken zu bekommen. Hierbei entfällt der Gang zum Amt, weil der Antrag in drei Schritten über den Link www.hagen.de/ParkausweiseOnline . Der Vorgang läuft vollständig digital ab, kann online bezahlt und der Ausweis selbst ausgedruckt werden. Das Angebot richtet sich an alle Anwohner von ausgewiesenen Parkzonen, die jedes Jahr eine neue Ausnahmegenehmigung brauchen.

„Ich freue mich, dass wir im Rahmen der Ausweitung der E-Government-Angebote der Stadt nunmehr ein Angebot bereitstellen können, welches nicht nur 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche für die Bürgerinnen und Bürger verfügbar ist, sondern dass dieser Prozess auch noch vollkommen automatisiert und ohne Eingriff eines Sachbearbeiters erfolgen kann“, sagt Christian Lazar, Leiter der städtischen Stabsstelle Digitalisierung, und ergänzt: „Die Verknüpfung von mehreren Fachverfahren und Registern macht dies höchst komfortabel für den Nutzer möglich“.

Im ersten Schritt gilt es für den Antragsteller, persönliche Daten wie Name, Adresse und das Kennzeichen des zu parkenden Fahrzeuges in das Online-Antragsformular einzutragen und anschließend in einen virtuellen Warenkorb zu legen. Bestätigt werden muss, dass eine Fahrerlaubnis vorhanden ist. Danach erfolgt im Hintergrund eine sofortige Überprüfung mithilfe des Einwohnermelderegisters, das zeigt, ob Person und Halter des angegebenen Kennzeichens übereinstimmen und sich das Wohnhaus innerhalb der Parkausweiszone befindet. Für den zweiten Schritt sind die anfallenden Gebühren in Höhe von 30,70 Euro per Kreditkarte oder per PayPal zu begleichen. Die Ausnahmegenehmigung kann anschließend bereits heruntergeladen und ausgedruckt werden. Damit liegt auch der generierte Bewohnerparkausweis vor. Dieser braucht nur noch ausgeschnitten und gut sichtbar hinter die Frontscheibe des dazu gehörigen Fahrzeugs gelegt zu werden.

Um bei Verlust oder Beschädigung des Ausweises diesen neu auszudrucken, ist zu empfehlen, die heruntergeladene PDF-Datei mit der Ausnahmegenehmigung zu speichern. Ein QR-Code auf dem Parkausweis ermöglicht der Verkehrsüberwachung, die Legitimation des Fahrzeughalters digital zu kontrollieren. „Zum einen entzerrt das unsere Terminvergaben in Corona-Zeiten, insbesondere aber erfolgt eine Erweiterung der angestrebten kontaktlosen Dienstleistungen als Service für die Hagener Bürgerinnen und Bürger“, freut sich auch Thomas Lichtenberg, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit, Verkehr, Bürgerdienste und Personenstandswesen. Die Umsetzung des Online-Parkausweises erfolgte durch den Fachbereich Informationstechnologie und Zentrale Dienste.

Termine bequem online vereinbaren – das können Bürgerinnen und Bürger ab sofort für Termine, die nach dem 27. Mai liegen, mit den Bürgerämtern sowie der Fahrerlaubnisstelle und der Zulassungsbehörde der Stadt Hagen.

Aufgerufen werden kann das neue Angebot direkt über die Adresse https://terminvergabe.hagen.de . Hier kann die zuständige Behörde und im Anschluss das jeweilige Anliegen angewählt werden. Des Weiteren kann bei einem Terminwunsch im Bürgeramt der gewünschte Standort angewählt werden. Der Nutzer wird durch das Programm navigiert und ihm werden im Anschluss die freien Terminvorschläge angeboten. Mit einem „Klick“ auf die Uhrzeit öffnet sich die Anmeldung und der gewünschte Termin kann reserviert werden.

Termine können bis zu zwei Wochen im Voraus gebucht werden. Sollten keine Termine angezeigt werden, sind diese bereits vergeben.

Ein klarer Vorteil durch die Terminvergabe online besteht darin, dass eine höhere Anzahl an Terminen als bisher angeboten werden kann. Die Beantragung eines Termins erfolgt einfach und übersichtlich und ist unabhängig von bestehenden Öffnungszeiten rund um die Uhr möglich. Das Angebot ist ebenfalls von mobilen Geräten, wie Smartphones und Tablets uneingeschränkt nutzbar.

Die Stadtverwaltung Hagen reagiert mit dieser Umstellung auf die durch die Corona-Pandemie geänderte Kommunikation mit der Verwaltung und dadurch einhergehende hohe Anzahl eingehender E-Mails für benötigte Terminvereinbarungen. Der Fachbereich Öffentliche Sicherheit, Verkehr, Bürgerdienste und Personenstandswesen sowie der Fachbereich für Informationstechnologie haben die technischen und organisatorischen Voraussetzungen mit Hochdruck in kürzester Zeit abgestimmt und umgesetzt. Die Online-Terminvergabe stellt eine Bereicherung für die Bürgerinnen und Bürger dar und trägt zur Entlastung der Mitarbeiter in der Verwaltung bei.

Die Hagener Stadtverwaltung baut sukzessive ihre Online-Dienste aus. So sind ab sofort Anhörungen in Bußgeldverfahren auch online möglich. Die Bußgeldstelle bietet betroffenen Bürgerinnen und Bürgern damit die Möglichkeit, Anhörungsbogen zu laufenden Verfahren online zu versenden.

Die Vorgehensweise ist einfach: Mit Hilfe eines QR-Codes meldet der Betroffene sich mit seinen Zugangsdaten an. Die Äußerung zu den Punkten Führerschein, Sachverhalt und Angaben zur Person kann anschließend übersichtlich, schnell und sicher über das Portal an die zuständigen Sachbearbeiter geschickt werden. Das spart Zeit und Porto und führt für die Betroffenen zu einer zügigeren Verfahrensabwicklung.

Die technische Umsetzung des Online-Dienstes konnte der Hagener Betrieb für Informationstechnologie (HABIT) leisten.

Symbolbild Sprechblase

Herr Storkmann

Sachgruppenleiter Verwaltungsdigitalisierung