Auch "Extrabreit" steht für Musik made in hagen. Foto: Karsten-Thilo Raab

Chöre & Bands

"Was willst du in Brokdorf oder Kalkar, was in Hamburg oder Berlin", so spottete auf Platte im Jahr 1981 die Hagener Gruppe "Extrabreit" über Mode, Moral und Metropolen und gab gleich die Parole aus: "Komm' nach Hagen, werde Popstar, mach dein Glück." Anfang der 1980er Jahre wurde Hagen deutschlandweit als "Deutsches Manchester" bekannt. Innerhalb weniger Monate fanden sich rund 70 Gruppen zusammen und wurden zwei Plattenstudios gegründet. Zahlreiche bekannte Bands, unter anderem der neuen deutschen Welle, hatten in Hagen ihre Wurzeln. Einige Bekannte Künstler aus dieser Zeit wie Nena, Extrabreit, Grobschnitt oder die Humpe-Schwestern sind auch heute noch mit aktuellen Stücken "on stage".


Nena ist bis heute Hagens bekanntester Musikexport. Der Durchbruch gelang der damals 22-jährigen am 17. August 1982, als sie im schon legendär gewordenen roten Minirock in der Sendung "Musikladen" von Radio Bremen ihren Song "Nur geträumt" ins Mikro hauchte. Tags darauf setzte ein schier unglaublicher Run auf die Musikgeschäfte ein. 40.000 Singles gingen mit einem Rutsch über die Ladentheken. Die zweite Single "99 Luftballons" übertraf abermals alle Erwartungen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im heiß umkämpften Musikmarkt der USA katapultierte sich die Scheibe wochenlang auf Platz 1 der Charts. Die Massen begeistert Nena heute noch genauso wie am 17. August 1982 im Bremer Musikladen – wohl auch weil Hagens bekanntester Musikexport ungemein vielseitig ist und sich immer wieder neu erfindet.


Unter dem dreisten Titel "Ihre größten Erfolge" erscheint 1980 das erste Album von "Extrabreit". Ihren ersten Hit in den Charts landeten sie mit dem Titel "Polizisten". 1982 sind sie gleich mit zwei Alben in den Top 5 und somit die bei weitem erfolgreichste deutsche Band. 1993 landeten sie mit der Single "Für mich soll's rote Rosen regnen" in Zusammenarbeit mit der unvergessenen Film- und Chansondiva Hildegard Knef abermals einen Hit. Die Breiten, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden, sind bis heute eng mit ihrer Heimatstadt und der Region verbunden. Obwohl sie sich immer wieder mal längere Auszeiten und 1998 sogar eine Abschiedstournee gegönnt haben, bleiben die Fans ihnen seit den Anfängen treu.


Geprägt wird Hagens überaus rege Musikszene aber nicht nur von den großen Namen der Rock- und Popszene. Zahlreiche Bands, Gesangsvereine, Chöre und Musikinitiativen decken das ganze musikalische Spektrum von Klassik bis zur Volksmusik, von Jazz bis Pop, von Rock bis Punk ab und stehen für Musik made in Hagen. Es lohnt sich daher immer einen Blick in die Kalender der freien Kulturzentren zu werfen, die Raum und Bühne für die hiesige Musikszene bieten.


Im Bereich der Klassik ist der Name Karl Halle ganz eng mit Hagen verbunden. Halle starb zwar bereits 1895 in Manchester, doch was das künstlerische Genie in den 86 Jahren seines Lebens für die Musikwelt tat, ist bis heute nicht in Vergessenheit geraten. In seiner Heimatstadt bereitet die Karl-Halle-Gesellschaft das Leben und Werk des Klaviervirtuosen und Dirigenten anschaulich auf, veranstaltet regelmäßig Konzerte mit seinen Werken und bewahrt dem berühmten Sohn der Stadt ein gebührendes Gedenken.


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