Antike Musen von der Hagener Bildhauerin Milly Steger schmücken den Haupteingang. Foto: Karsten-Thilo Raab

Theater Hagen

Das Theater Hagen feierte 2011 sein 100-jähriges Jubiläum. Als Bürgertheater liegt es im Herzen Hagens und ist einer der wichtigsten kulturellen Anziehungspunkte und Ausdruck der lebendigen Stadtkultur. Auch regional findet das Haus mit seinem breiten Repertoire und einem Schwerpunkt im Musiktheater ausgezeichnete Beachtung. Jährlich rund 188.000 Besucher nehmen die Angebote in den Sparten Musiktheater, Ballett, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater lutzhagen, wie auch die Konzerte des philharmonischen orchesterhagen wahr. Die Geschichte des Hagener Theaters beginnt lange vor der Einweihung des städtischen Schauspielhauses am 5. Oktober 1911: Bereits 1832 gastierten die ersten Wanderbühnen in der seinerzeit nur etwa 23.000 Einwohner zählenden Stadt.

Am 5. Oktober 1900 wurde der Hagener Theaterverein gegründet, der gemeinsam mit der Hagener Konzertgesellschaft 1901 den Anstoß zur Errichtung eines eigenen Gebäudes gab.


1909 wurde mit erheblicher privater Beteiligung von Hagener Bürgern die "Theater-AG" gebildet; 1910 trat der Theaterverein der AG bei. Das Engagement von Theaterbegeisterten aus Stadt und Region trug damit entscheidend dazu bei, dass Hagen seine eigene Bühne erhielt – das Theater versteht sich deshalb bis heute stolz als "Bürgertheater".


Aus den 107 Entwürfen, die beim "Bauwettbewerb im Deutschen Reich 1909" eingingen, wurde der zweitplatzierte Entwurf von Prof. Dr. Ing. Ernst Vetterlein zur Realisierung ausgewählt. Verglichen mit dem erstplatzierten Entwurf zeichnete er sich durch eine eher gemäßigte Formensprache im Geiste des Historismus aus. Gleichwohl gehört das Theater bis heute zu den architektonischen Wahrzeichen der Stadt, ein bauliches Glanzlicht an der zentralen Einkaufsmeile, der Elberfelder Straße.


Zu den Besonderheiten des Theaterbaus gehören vier jeweils 2,50 m hohe Figuren, die die Fassade über dem Haupteingang schmücken: antike Musen von der Hagener Bildhauerin Milly Steger, die dem Dunstkreis des in Hagen so einflussreichen Jugendstils entstammte. Stegers Figuren sorgten lange Zeit ob ihrer üppigen Barbusigkeit und unverhüllten Nacktheit für helle Aufregung.


Im Zweiten Weltkrieg wurde die Hagener Innenstadt zu über neunzig Prozent in Schutt und Asche gelegt. Am 15. März 1945 wurde durch einen letzten Großangriff der Amerikaner auch das Theatergebäude in Mitleidenschaft gezogen.


Im Zweiten Weltkrieg wurde die Hagener Innenstadt zu über neunzig Prozent in Schutt und Asche gelegt. Am 15. März 1945 wurde durch einen letzten Großangriff der Amerikaner auch das Theatergebäude in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Bürgerinitiativen setzten sich für den Wiederaufbau ein. So konnte das Theater – nach einer Übergangszeit in anderen Spielstätten – bereits 1949 mit dem "Rosenkavalier" von Richard Strauss wiedereröffnet werden.


Seither bedient ein festes Musiktheater-Ensemble die Sparten Oper, Operette, Musical und Ballett sowie vereinzelte Schauspiel-Eigenproduktionen. Das Sprechtheater wird außerdem in breiter thematischer Auswahl durch Gastspiele abgedeckt.


Mit seinem ausgeklügelten Abonnementssystem erreicht das Theater Hagen bis heute eine große Publikumsakzeptanz und wirkt mit einem Anteil von etwa 30 Prozent an auswärtigen Besuchern auch weit über die Region hinaus.


Seit der Spielzeit 2000/2001 verfügt das theaterhagen über eine eigene Kinder- und Jugendtheatersparte, das lutzhagen. Namensgeber ist der bedeutende Dramatiker Lutz Hübner. Seine Werke sind seit vielen Jahren wesentlicher Bestandteil des Spielplans des lutzhagen. Das lutzhagen erarbeitet pro Spielzeit 2-3 Neuproduktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sowohl mit Profischauspielern als auch mit Laiendarstellern realisiert werden. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit sind außerdem Kooperationen mit verschiedenen Institutionen und Gruppen der Stadt. Darin bietet das lutzhagen die Möglichkeit, sich in soziokulturellen Theaterprojekten unter professionellen Bedingungen auf der Bühne zu erfahren. Diese Produktionen mit arbeitslosen Jugendlichen, Schülern mit Migrationshintergrund, mehrfach schwerstbehinderten Kindern oder jungen Strafgefangenen gehören ebenso zum Repertoire wie die Aufführungen des Seniorenclubs.


Am 19. September 2003 wurde mit einem feierlichen Festakt der Neubau des Werkstättentraktes eingeweiht. Dieser Neubau ersetzte die baufällig gewordenen Wirtschaftsgebäude des ehemaligen städtischen Krankenhauses. Bei einem bunten "Stadt-Theater-Fest" am 21. September 2003 wurde der Neubau symbolisch von den Hagener Bürgerinnen und Bürgern in Besitz genommen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden an diesem Tag auch zwei neue Spielstätten eingeweiht, die in dem Neubau ihren festen Platz gefunden haben. Neben dem "lutzhagen", das hier erstmals ein eigenes Domizil mit 150 Plätzen erhielt, verfügt das Theater mit der neuen Bühne "opushagen" nunmehr über eine vielseitig nutzbare Probe- und Studiobühne mit gut 300 Plätzen.


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