Die Geschichte der Stadt Hagen wird in einer interessanten multimedialen Dauerausstellung präsentiert. Foto: Michael Kaub
Ein echter Hingucker: Das Mammut im Museum für Ur- und Frühgeschichte. Foto: Michael Kaub

Museum für Ur- und Frühgeschichte

Im romantischen Ruhrtal liegt unweit des Harkortsees das idyllische Wasserschloss Werdringen, dessen wechselvolle Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Die mittelalterliche Anlage beherbergt das Museum für Ur- und Frühgeschichte mit seinen gesammelten Funden aus 450 Millionen Jahren Entwicklungssgeschichte. Besondere Höhepunkte - nicht nur für die kleinen Besucher - sind die naturgetreuen Nachbildungen von eiszeitlichen Tieren und eines Dinosauriers sowie die Möglichkeit, verschiedene steinzeitliche Werkzeuge auszuprobieren. Größte Aufmerksamkeit verdienen insbesondere die Überreste steinzeitlicher Menschen, die in einer Höhle in Hagen gefunden wurden - darunter die 10.700 Jahre alten Knochenreste des ältesten Westfalen. Zum museumspädagogischen Programm gehört unter anderem der Bau von Pfeil und Bogen oder Messern wie in der Steinzeit.


Bietet ungewöhnliche Perspektiven: Die Zeitmaschine des Stadtmuseums. Foto: Karsten-Thilo Raab

Historische Centrum

Das so genannte Historische Centrum in der Wippermann-Passage im Stadtteil Eilpe beheimatet auf 4.500 Quadratmetern unter anderem das Stadtmuseum und das Stadtarchiv. Die Geschichte der Stadt Hagen präsentiert das Historische Centrum in einer interessanten multimedialen Dauerausstellung. Besonderer Clou ist dabei eine Zeitmaschine, mit der eine Reise in die Vergangenheit der Vier-Flüsse-Stadt unternommen werden kann. So gerüstet kann man dann in der Ausstellung die verschiedenen Themen anschaulich erleben. In sieben Phasen geht es von versteinerten Vorzeitfunden bis hin zum Strukturwandel der 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Begleitet werden die Besucher durch ein modernes Mediensystem. In jeder Ausstellungseinheit können damit interessant aufbereitete Informationen zu den unterschiedlichsten Themen abgerufen werden. Besonders eingängig sind dabei die informativen Videofilme, die anschaulich und leicht verständlich erzählen, was man wissen will. Abgerundet wird das Museumprogramm durch viel beachtete Wechselausstellungen zu breit gefächerten Palette von Themen.


Brunnenhalle im Osthaus Museum Hagen. Foto: Michael Kaub

Osthaus Museum

Die Macher des Museums setzen sich zum Ziel, die Menschen im Ruhrgebiet und deutschlandweit für das Osthaus Museum, die bedeutende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst sowie für die Sonderausstellungen zu interessieren und zu begeistern. Als Ort der Inspiration, des sinnlichen Genusses und der kommunikativen Auseinandersetzung agiert das Osthaus Museum publikumsnah und besucherorientiert. Daher bietet das Osthaus Museum eine hohe Aufenthaltsqualität und vermittelt auf unterhaltsame und lebendige Weise ein Bewusstsein für Kunst und die konstitutive Rolle des Betrachters. Das Osthaus Museum existiert, um anhand seiner ganz besonderen Geschichte sowie seiner heutigen Ausstellungspraxis zu zeigen, dass leidenschaftliches Engagement für Kunst und Kultur Freude bereitet, Lebensqualität erzeugt und Menschen zusammen bringt. Es regt zum Perspektivwechsel an und wirkt als Brücke zwischen den Meisterwerken der Bildenden Kunst und den individuellen Erfahrungen des Besuchers.


Emil Schumacher Museum. Foto: Karsten-Thilo Raab

Emil Schumacher Museum

Das Emil Schumacher Museum ist dem Lebenswerk des Hagener Künstlers Emil Schumacher gewidmet, einem der bedeutendsten Vertreter expressiver Malerei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf drei Stockwerken werden die Gemälde, Arbeiten auf Papier, Keramik und Porzellane Emil Schumachers in wechselnden Präsentationen gezeigt. Die Sammlung des Museums umfasst über 500 Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers und geht auf eine Stiftung seines Sohnes, Ulrich Schumacher, zurück.


Ankerpunkt der "Route der Industriekultur": Der Hohenhof. Foto: Marco Siekmann

Hohenhof

Der Hohenhof zählt zu den bedeutendsten architekturgeschichtlichen Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende. 1906-1908 von dem belgischen Künstler und Gestalter Henry van de Velde als Wohnsitz für den Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus gebaut, ist er eines der wenigen erhaltenen architektonischen Gesamtkunstwerke des Jugendstils. Von der Architektur bis hin zu Möbeln, Wanddekorationen und Bodenbelägen, Lampen, Stoffen und Geschirr, die für jeden der Räume individuell entwickelt wurden, gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude "aus einem Guss". Dabei gestaltete sich die Einrichtung der repräsentativen Räume formal wie die Komposition eines Bildes: jedes Detail ist aufeinander abgestimmt, ohne das Wesen oder die Funktion des zu gestaltenden Objektes zu vernachlässigen. Gemälde von Ferdinand Hodler und Edouard Vuillard wurden in die Gesamtgestaltung eines Raumes eingebunden oder, wie das Fliesentriptychon von Henri Matisse, eigens für den Wintergarten angefertigt.

Villa Cuno von Peter Behrens. Foto: Willy Moll, Hagen

Der Hohenhof, seit 1999 ein Ankerpunkt der Route Industriekultur, dient als "Museum des Hagener Impulses". Neben der ursprünglichen Innenausgestaltung ist eine umfangreiche Ausstellung mit kunstgewerblichen Objekten wie beispielsweise Silberschmuck, -geschirr und -besteck von Henry van de Velde zu sehen. Darüber hinaus werden weitere Silberarbeiten und Entwürfe von J.L.M. Lauweriks, dem einstigen künstlerischen Leiter der Hagener Silberschmiede und dem Erbauer einer Häuserzeile am Stirnband gezeigt. Die ehemalige Künstlerkolonie Hohenhagen umfasst weiterhin zwei Villenbauten von Peter Behrens, unter anderem die Villa Cuno.


Die Riemerschmid-Häuser an der Waldorfstraße. Foto: Karsten-Thilo Raab

Riemerschmied-Haus

Das Riemerschmid-Haus ist ein nahezu unverändert erhaltenes Wohnhaus der 1910/1912 errichteten Arbeitersiedlung von Richard Riemerschmid und heute eine Außenstelle des Osthaus Museums Hagen. Auf Initiative von Karl Ernst Osthaus wurde 1905 im Museum Folkwang die XIV. Konferenz der Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen zum Thema "Gestaltung des Arbeiterwohnhauses" abgehalten, zu der Richard Riemerschmid als Referent eingeladen wurde. 1907 griff die Hagener Textilfabrik Elbers seine Gedanken eines preislich angemessenen Bauens auf und beauftragte Riemerschmid mit dem Bau der Arbeitersiedlung im Wasserlosen Tal.


Ein wahrer Besuchermagnet: Das Hagener Freilichtmuseum. Foto: Karsten-Thilo Raab

LWL Freilichtmuseum

Ganz hoch in der Gunst der Besucher steht zudem das LWL Freilichtmuseum Hagen. Auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern bildet das malerische Mäckingerbachtal, eines der schönsten Wiesentäler des westlichen Sauerlandes, den passenden Rahmen für ein Museum, in dem ein ebenso faszinierender wie lehrreicher Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart geschlagen wird. Hier erleben die Besucher die Geschichte der Industrialisierung live. Auf einer Fläche von 42 Hektar präsentieren sich mehr als 60 historische Werkstätten und Fabrikbetriebe, die einen Bogen spannen von den ländlichen und kleinstädtischen Handwerksbetrieben bis hin zu den Anfängen der Hochindustrialisierung. Dabei sind die alten Maschinen und Geräte nicht nur zu besichtigen, vielmehr können Besucher selbst Papier schöpfen und drucken oder Seile schlagen.


Die einzige Höhenburg in Westfalen: Das Schloss Hohenlimburg. Foto: Karsten-Thilo Raab

Schloss Hohenlimburg

Allein der Ausblick von der einzigen erhaltenen Höhenburg Westfalens ist eine Reise wert. Schon von weitem ist das Schloss Hohenlimburg, das 1242 als Sitz der Grafen von Isenberg-Limburg erstmals urkundlich erwähnt wurde, sichtbar. Das Museum im neuen Palais des Schlosses zeigt Exponate zur fürstlichen Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts und zur Geschichte des Schlosses. Im Wirtschaftsgebäude des Schlosses ist das einzige Kaltwalzmuseum Deutschlands angesiedelt. Dieser für die Wirtschaft des märkischen Sauerlandes so wichtige Industriezweig wird hier mit eindrucksvollen historischen Exponaten präsentiert. Die Maschinen stammen aus der Zeit von 1905 bis 1952. Sie sind dem Produktionsverfahrens entsprechend aufgestellt, zusätzlich werden sozialgeschichtliche Hintergründe veranschaulicht.


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