Grandseigneur des Basketballs: Hans-Joachim Höfig.

Hans-Joachim Höfig – Grandseigneur des Basketballs

Von Karsten-Thilo Raab

Die Entwicklung des Basketballssports in Hagen, aber auch in Deutschland ist ganz eng mit seinem Namen verknüpft. Sowohl als Aktiver, noch mehr aber als Funktionär avancierte Hans-Joachim Höfig, von Freunden und langjährigen Wegbegleitern nur kurz „Jochen“ genannt, zu einer der Triebfedern dieser Sportart. Im Jahre 1915 im schlesischen Sprottau geboren, zählte er 1951 zu den Mitbegründern der Basketball-Abteilung des SSV Hagen, an deren Spitze er von 1954 bis 1956 stand. 1956 wurde er dann zum Vizepräsidenten des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) gewählt, um dann ab 1958 als WBV-Präsident zu fungieren. Dieses Amt legte er nieder, nachdem er am 23. Mai 1964 zum Präsidenten des Deutschen Basketball Bundes (DBB) gewählt wurde. Und auch sportlich sollte der Geschäftsführer eines Ennepetaler Getränkekonzerns bald den Gipfel erklimmen.

1966 gewann er mit dem SSV Hagen an der Seite von Ernst Michalowski, Karl-Heinz Krüger, Kurt Höfing, Hans Moll, Branimir Volfer und Herbert Gerullis die Deutsche Seniorenmeisterschaft

Bis 1973 stand der sechsfache Vater an der Spitze des DBB. In seine Amtszeit fiel die Ansiedlung der DBB-Geschäftsstelle in Hagen. Und auch der Erwerb der heutigen Geschäftsstelle an der Schwanenstraße im Ortsteil Wehringhausen geht ganz entscheidend auf sein Engagement zurück. Neben der Entschuldung des Verbandes und der Einführung professioneller Strukturen widmete sich Hans-Joachim Höfig auch der Organisation einer Reihe von Großveranstaltungen. Dazu gehörten die Olympischen Spiele 1972 in München, aber auch die Durchführung der Juniorinnen-Europameisterschaft 1969 in Hagen, Lünen und Köln sowie die Europameisterschaften der Herren im Jahre 1971 in Essen und Böblingen. Zudem gilt Höfig, der selber bis zum 80. (!) Lebensjahr aktiv auf Korbjagd ging, als „Vater der Basketball-Bundesliga“. 1972 wurde er als erster Deutscher in das Central Board des Weltverbandes FIBA gewählt.

Parallel dazu gehörte er von 1965 bis 1974 dem Nationalen Olympischen Komitee an. Als Hans-Joachim Höfig 1973 in die zweite Reihe zurücktrat, nachdem er das DBB-Ruder an Anton Kartak übergab, konnte er als neuer DBB-Vizepräsident zufrieden Bilanz ziehen: in seiner Amtszeit hatte sich die Zahl der Mitglieder von 20.403 im Jahre 1964 auf rund 44.000 im Jahre 1973 mehr als verdoppelt.

Sein Fachwissen und seine außerordentlich guten Kontakte nutzte Höfig, der sieben Jahre lang das Festkomitee Hagener Karneval leitete, ab 1978 als Geschäftsführer der ebenfalls in Hagen beheimateten Basketball Werbe- und Ausstattungs-GmbH (BWA). 1982 ernannte der DBB den „Grandseigneur des Basketballs“ zum Ehrenmitglied, vier Jahre später dann zum Ehrenpräsidenten. Daneben wurden Höfig, der am 21. Dezember 2006, seinem 91. Lebensjahr, in Ennepetal verstarb, im Jahre 1982 die Sportplakette des Landes NRW aus Händen des damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau und 1986 das Bundesverdienstkreuz verliehen.


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