Herbert Reinecker.

Herbert Reinecker - Ohne ihn kein Derrick

Herbert Reinecker wurde am 24.12.1914 als Sohn eines Reichsbahnarbeiters in Hagen geboren. Bereits mit 15 Jahren begann er als Mitarbeiter bei der "Hagener Zeitung" und schrieb hier seine ersten Geschichten bis er 1936 nach Berlin ging. Unter dem NS-Regime verfasste er zwischen 1936 und 1944 zahlreiche Theaterstücke und Drehbücher, darunter "Das Dorf bei Odessa", "Der Mann mit der Geige" und "Junge Adler".

Mitte der 1950er Jahre gelang ihm ein Comeback als Autor bei Funk, Film und TV. Er wurde vielbeschäftigter Drehbuchautor für deutsche Unterhaltungs- und Kriminalfilme. Unter dem Pseudonym "Axel Berg" schrieb er Bücher für Filme der Wallace-Serie und unter dem Pseudonym "Herbert Dührkopp" einige Hörspiele für den NWDR.

1963 konnte der Münchener Fernsehproduzent Helmut Ringelmann Herbert Reinecker für zwei Folgen einer Fernsehserie gewinnen: "Die fünfte Kolonne" wurde auf Anhieb ein Erfolg. Dies war der Beginn einer langen und erfolgreichen Zusammenarbeit. Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren galt Reinecker als Deutschlands meistbeschäftigter Fernsehautor.

"Der Kommissar" und die Serie "Derrick", für die er bis 1998 alle 281 Folgen schrieb, haben Reinecker bekannt gemacht. Außer für diese Serien schrieb er später auch Drehbücher für "Das Traumschiff" und "Jacob und Adele". Der "Derrick" -Nachfolgeserie "Siska" verhalf Reinecker mit den ersten vier Folgen zu einem guten Start.

Trotz zahlreicher künstlerischer Ehrungen - unter anderen drei Bambis, zwei Bundesfilmpreise, Goldene Kamera - ist der Autor immer im Hintergrund geblieben. Öffentliche Auftritte meidete er.

Das Genre "Krimi" war von ihm keineswegs zufällig gewählt. In einem Interview, das er anlässlich des Auslaufens der "Derrick"-Serie gab, betonte er, dass der Krimi nicht nur der Unterhaltung diene.

Nicht die simple Frage nach dem Mörder steht bei ihm im Vordergrund, sondern die psychologische Thematik; die Frage nach der seelischen Beschaffenheit des Täters.

Reinecker wurde zwar gelegentlich der Vorwurf von mangelnder Realitätsnähe gemacht, doch der Erfolg seiner Arbeit spricht für sich. Herbert Reinecker verstarb am 27.01.2007 in seinem Haus in Berg am Starnberger See.


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