Karl Ernst Osthaus. lda Gerhardi: Karl Ernst Osthaus, 1903, © E.Gerhardi, Lüdenscheid

Karl Ernst Osthaus - Das Leben durch die Kunst veredeln

Kunst und Kultur sind in Hagen ganz eng mit dem Namen Karl Ernst Osthaus verbunden. Das Karl-Ernst-Osthaus-Museum, die Osthaus-Grundschule und die gleichnamige Straße, die von Emst aus in das Wasserlose Tal führt, sind Garanten dafür, daß der Name eines der berühmtesten Hagener auch heute noch allgegenwärtig ist und bleiben wird.

Dabei trugen erst glückliche Begleitumstände dazu bei, daßss Osthaus, der am 15. April 1874 das Licht der Welt erblickte, seinem künstlerischen Schaffen Ausdruck verleihen konnte.

Nach einer kaufmännischen Lehre studierte er an fünf unterschiedlichen Universitäten Kunstgeschichte, Philosophie und Naturwissenschaften. 1899 ging Osthaus auf große Reise. Das großväterliche Erbe fiel ihm zu, und er weilte für längere Zeit in Nordafrika. Nach der Rückkehr in seine Heimat wuchs in ihm das Verlangen, das Leben durch die Kunst zu veredeln. Ebenso lag ihm die allgemeine Volkserziehung am Herzen.

In Stein erstarren sollte sein Vorhaben in der Einrichtung eines Museums.Am 19. Juli 1902 eröffnete der hochgewachsene Hagener das Gebäude unter dem Namen "Folkwang". Im Innneren des Gebäudes wurde eine Privatsammlung zeitgenössischer Maler untergebracht.

Bedeutung erlangte das Haus vor allem aufgrund der Tatsache, daß Osthaus unter dem Einfluss des belgischen Architekten van de Velde die inhaltliche Konzeption seines Museums veränderte und sich der zeitgenössischen Kunst zuwandte. So baute Osthaus eine bedeutende Sammlung auf, die Werke von Cézanne, Gauguin, van Gogh, Hodler, Manet, Matisse, Renoir, Rodin, Rohlfs Seurat, Signac und vielen anderen mehr umfasste.

1902 als "Museum Folkwang" eröffnet und von Emil Nolde als "Himmesszeichen im westlichen Deutschland" begrüßt, erlangte das Museum bald Ruhm als das weltweit erste Museum für zeitgenössische Kunst.

Doch das künstlerische Genie hatte noch größere Pläne. Die Verbesserung der Wohnkultur und Stadtgestaltung schrieb Osthaus sich nun auf seine Fahnen. Er projektierte nach Ankauf des nötigen Geländes eine "Gartenstadt", die Gebäude und Landschaft ineinander verschmelzen lassen sollte.


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