Allgemeine Erläuterungen zum Tierseuchenrecht

Tierseuchen sind diejenigen Erkrankungen bei Tieren, die zur allgemeinen Gefahrenabwehr staatlich bekämpft werden. Gründe für eine staatliche Bekämpfung sind:


  • Gefahr für die Gesundheit des Menschen,
  • hoher volkswirtschaftlicher Schaden bei Auftreten der Seuche,
  • Gemeingefährlichkeit, d. h. der Einzelne kann seine Tiere nicht durch Eigenmaßnahmen schützen.


Grundlage der Seuchenbekämpfung

Das Tierseuchengesetz ist in der Bundesrepublik Deutschland die Grundlage für die staatliche Bekämpfung von Seuchen, die bei Haustieren, Süßwasserfischen oder bei anderen Tieren auftreten und auf Haustiere oder Süßwasserfische übertragen werden können. Haustiere im Sinne des Tierseuchengesetzes sind von Menschen gehaltene Tiere einschließlich der Bienen, jedoch ausschließlich der Fische.



Die Maßnahmen der Seuchenbekämpfung

Die Maßnahmen dienen der Vorbeuge gegen eine Seucheneinschleppung als auch der Tilgung entstandener Seuchenherde. Das Tierseuchengesetz enthält Vorschriften für die Ein- und Ausfuhr von Tieren, tierischen Erzeugnissen und Rohstoffen zur Abwehr der Einschleppung von Tierseuchen aus dem Ausland. Außerdem enthält es Vorschriften für die Bekämpfung der Tierseuchen im Inland. Beide Maßnahmen ergänzen sich. Für den Erfolg der Bekämpfungsmaßnahmen ist die Mitarbeit der Tierbesitzer, der Landwirte und Züchter und ihrer Organisationen Voraussetzung.



Tierseuchenbekämpfung und Tierzucht

Im innerstaatlichen und internationalen Handelsverkehr ist das Freisein von Seuchen Vorbedingung für die Freizügigkeit der Tiertransporte. Die Tierseuchenbekämpfung ist eine Gemeinschaftsaufgabe des Staates und der Tierhalter, sowohl zum eigenen Schutz als auch zur planvollen Entwicklung des internationalen Tierverkehrs. Ohne weitsichtige Maßnahmen für die Gesundheit der Tierbestände ist keine Leistungszucht möglich.



Anzeigepflicht

Eine der wichtigsten Vorschriften im Tierseuchengesetz ist die Anzeigepflicht.



Welche Seuchen sind anzeigepflichtig?

Zur Aufzählung der anzeigepflichtigen Tierseuchen folgender externer Link des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit der juris GmbH - www.juris.de:

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/tierseuchanzv/gesamt.pdf


Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist ermächtigt, mit Zustimmung des Bundesrates die Anzeigepflicht auch für weitere Seuchen einzuführen oder für einzelne Seuchen wieder aufzuheben.



Warum sind nicht alle Tierseuchen anzeigepflichtig?

Die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Tierbestände setzen dort ein, wo der einzelne Besitzer allein seinen Bestand vor Verlusten nicht schützen kann. Staatliche Maßnahmen sind jedoch nur dann notwendig. wenn die Seuche eine volkswirtschaftliche Bedeutung hat oder die menschliche Gesundheit gefährdet. Die Anzeigepflicht für die genannten Seuchen soll bewirken, dass Seuchenausbrüche frühzeitig erkannt und getilgt werden können, bevor die Seuche weiterverbreitet wird.



Was ist anzeigepflichtig?

Anzeigepflichtig ist nicht nur der Ausbruch (d. h. die amtliche Feststellung) einer Seuche, sondern bereits der Seuchenverdacht. Seuchen können in ihrem Erscheinungsbild so verschieden auftreten, dass bereits jeder Seuchenverdacht umgehend untersucht und abgeklärt werden muss. Es liegt im eigenen Interesse des Tierbesitzers, so bald wie möglich über die seuchenverdächtigen Erscheinungen Klarheit zu bekommen. Seuchenerreger werden schon von der Ansteckung bis zum Auftreten der Erkrankung (Inkubationsstadium) ausgeschieden. Um größere Verluste zu vermeiden, ist die Seuche frühzeitig zu bekämpfen.





Blauzungenkrankheit

Wesen und Weiterverbreitung

Die Blauzungenkrankheit ist eine durch Culicoides Mücken (Gnitzen) übertragbare Tierseuche der Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen und auch Wildwiederkäuer). Eine unmittelbare Übertragung von Tier zu Tier ist nicht möglich. Es muss immer eine Passage über die Mücken erfolgen.


Für Menschen ist die Erkrankung nicht ansteckend, vom Tier stammende Lebensmittel (Fleisch, Milch) können ohne weiteres verzehrt werden.


Die Impfpflicht gegen die Seuche ist seit dem 01.01.2010 aufgehoben worden. Die Impfung wird aber dringend empfohlen, um Erkrankungen zu verhindern und wirtschaftliche Schäden in den Betrieben zu vermeiden.


Aktuelles zum Stand der Blauzungenkrankheit ist auf den Internetseiten des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu finden.


BSE (Stand: 17.03.2009)

Fragen zum BSE-Geschehen und zur Zahl der aktuellen Fälle können eingesehen werden auf den Web-Seiten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.

Eine gute Übersicht zu BSE geben auch die Internetseiten des Bundesamtes für Veterinärwesen der Schweiz in Bern. Dort sind zahlreiche Hinweise zu finden zur Situation in ganz Europa.


TSE – Forum im Internet

Wer sich zum Thema Transmissible Spongiforme Encephalopatien (TSE) und insbesondere über BSE, Scrapie sowie die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) beim Menschen informieren möchte, dem bietet sich folgende Möglichkeit:


  • Unter www.tse-forum.de wurde vom Bundesforschungsministerium eine Kommunikationsplattform eingerichtet, die sich sowohl an die Öffentlichkeit als auch an die Wissenschaft richtet. Neben allgemeinen Informationen liefert die Webseite laut Ministerium Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema BSE und TSE sowie ein Glossar zur Erklärung wichtiger Fachbegriffe (Anmeldung erforderlich).

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)

Der Fuchsbandwurm kommt als geschlechtsreifer Bandwurm vorwiegend im Fuchs, selten auch in Katze und Hund vor. Befallene Tiere scheiden mit dem Kot Bandwurmglieder aus, in denen einige 100 Bandwurmeier enthalten sind. Diese Eier werden von den Zwischenwirten (insbesondere Feldmäuse) aufgenommen. In besonders gelagerten Fällen kann auch der Mensch als "Fehlzwischenwirt" von einer Infektion betroffen sein. Nach Aufnahme der Fuchsbandwurmeier schlüpfen daraus im Darm Larven, welche sich durch die Darmwand bohren und dann mit dem Blutstrom zur Leber gelangen können. In diesem lebenswichtigen Organ setzen sich die Larven fest und entwickeln sich zu kleinblasigen, zeitlebens weiterwachsenden Finnen. Durch das langsame, praktisch keinerlei Beschwerden verursachende Wachstum der Finnen machen sich diese teils raumfordernden, teils zerstörerischen Prozesse erst nach Jahren bemerkbar. Deshalb kommen therapeutische Maßnahmen (Operation und Chemotherapie) meist zu spät und die Heilungschancen sind entsprechend schlecht. Die Angaben über einen tödlichen Ausgang der Erkrankung schwanken zwischen 52 % und 94 %. Dementsprechend stellt der Befall des Menschen mit dem Echinococcus multilocularis eine gefährliche Parasitose des Menschen in Mitteleuropa dar.


Gesichert ist, dass die Infektion des Menschen durch Aufnahme und Verschlucken von Wurmeiern in der oben beschriebenen Weise erfolgt. Nach neueren Untersuchungen erkrankt nur etwa eine von zehn Personen, die vom Fuchsbandwurm befallen werden. Über die einzelnen Infektionswege und ihre Häufigkeit können nur allgemeine Überlegungen angestellt werden:


  • Verzehr von mit Fuchskot bzw. Bandwurmeiern verunreinigten Lebensmitteln. Hier kommen vor allem niedrighängende Waldfrüchte wie Erdbeeren und Heidelbeeren sowie Pilze in Betracht.

  • Einatmen und Schlucken von eierhaltigem Staub etwa bei Pflügen oder Heuen; serologische Daten lassen dies möglich erscheinen.

  • Direkter Kontakt mit infizierten Tieren. Betroffen davon sind Jäger und Förster beispielsweise beim Abbalgen von Füchsen, aber auch Tierpräparatoren.

  • Infektionsgefahr besteht ebenso für die Besitzer von Katzen und Hunden, die sich durch Fressen befallener Mäuse (Zwischenwirte), auch von ein bis zwei Tage alten Kadavern, infiziert haben.


Auch in Hagen und dem Umland werden immer wieder Echinococcen bei Füchsen nachgewiesen.


Aus Vorsorgegründen sollten Bewohner in Risikogebieten:


  • keine rohen Waldfrüchte verzehren; Waldbeeren und Pilze sollten nur nach Erhitzen über 60° C (Kochen, Backen) genossen werden; ein Einfrieren bei -20° C führt nicht zur Abtötung der Echinococcus-Eier.

  • Hunde und soweit als möglich auch Katzen sollten vom Mäusefangen und Kadaverfressen abgehalten werden und nicht frei laufen.

  • Katzenkot sollte auf weiße, fliegeneiergroße Stippchen überprüft und im positiven Fall sofort auf Echinococcus untersucht werden.

  • Katzen und Hunde sollten mit einem spezifischen Mittel prophylaktisch entwurmt werden. Diese Maßnahme ist nur dann zu empfehlen, wenn sie im Abstand von vier Wochen vorgenommen wird, da nur so ein Erreichen der Geschlechtsreife der Bandwürmer und damit eine Eiausscheidung sicher zu verhindern ist.

  • Im Umgang mit Füchsen sind Vorsichtsmaßnahmen (Anfeuchten des Fells, Tragen von Handschuhen und Mundschutz) in jedem Falle, auch außerhalb der Risikogebiete, angezeigt.

Durch Einhalten dieser Verhaltensregeln lässt sich vermutlich die Gefahr einer Echinococcus-Infektion erheblich senken.


Geflügelpest (Vogelgrippe)

Wesen und Weiterverbreitung<

Geflügelpest ist eine mit schweren klinischen Symptomen verbundene Verlaufsform der aviären Influenza („Vogelgrippe“), die durch hochvirulente Stämme des Influenza-A-Virus der Subtypen H5 bzw. H7 verursacht wird. Anfang 2006 war der Subtyp H5N1 bei zahlreichen Wildvögeln und in einem Hausgeflügelbestand aufgetreten. Besonders betroffen war Wassergeflügel. Auf Rügen sind auch drei Katzen und ein Marder nach der Infektion verendet.


Ende Juni 2007 ist die Seuche erneut bei mehreren Wasservögeln in Nürnberg festgestellt worden.


Die Krankheit wird durch engen Tierkontakt übertragen. Besonders in Intensivhaltungen breitet sich der Erreger rasch aus und führt zu zahlreichen Todesfällen. Der Erreger wird mit Sekreten aus Nasen und Rachen sowie über den Kot ausgeschieden. Eintrittspforten sind die Bindehäute des Nasen-Rachen-Raumes und der Augen.


Meist zeigen sich Blutungen im Kehlkopfbereich, in der Luftröhre, Speiseröhre und im Drüsenmagen der erkrankten Vögel.


Bei unklaren und gehäuften Todesfällen in Ihrer Geflügelhaltung sollten Sie unbedingt Ihren zuständigen Amtstierarzt informieren!


Auch der Mensch kann sich anstecken. Erkrankungen und Todesfälle sind aus mehreren Ländern der Erde gemeldet worden. Bislang bestand aber immer enger Personenkontakt zu erkrankten Vögeln.


Beim aktuellen 2016 Seuchenzug mit dem Erreger H5N8 ist auch NRW (Kreis Wesel) und das Stadtgebiet Hagen betroffen. Dort wurde am Hengsteysee eine Wildente tot aufgefunden, bei der der Erreger festgestellt wurde.


Dies führte zur Bildung eines Sperrbezirkes und eines Beobachtungsgebietes. Darüber hinaus müssen Geflügelhalter im gesamten Stadtgebiet ihre Tiere aufstallen.


Näheres hierzu ist der unter folgendem Link zu findenden Allgemeinverfügung zu entnehmen: Link


Maul- und Klauenseuche (MKS)

Wesen und Weiterverbreitung

Die Maul- und Klauenseuche ist eine schnell verlaufende, fieberhafte und sehr leicht übertragbare Viruserkrankung der Wiederkäuer und Schweine. Sie ist gekennzeichnet durch den schnellen Verlauf im Bestand und die schnelle Verbreitung über größere Gebiete. Die Erkrankungsrate ist meistens hoch (fast 100%), die Sterblichkeitsrate gering (2-5%). Bei bösartigen Verlaufsformen können 50-70% der Jungrinder sterben.


Die MKS verursacht große wirtschaftliche Verluste, die vor allem durch Wertminderung, Produktionsausfall und Kälberverluste sowie durch die veterinärbehördlichen Maßnahmen bei Seuchenausbruch bedingt sind. Seit 1967 wurden in der Bundesrepublik Deutschland die über 4 Monate alten Rinder gegen MKS schutzgeimpft, so dass nur noch ganz vereinzelt die Seuche festgestellt wurde. Ab 1. 1. 1992 darf in der Europäischen Gemeinschaft - von "Notimpfungen" abgesehen - nicht mehr gegen MKS geimpft werden.


Der Erreger der MKS kann durch Mensch und Tier über Milch und Milchfahrzeuge, Futtermittelsäcke und Viehtransporte, durch Personen und Gegenstände, die mit Ausscheidungen kranker Tiere in Berührung kamen, weitergetragen werden. Auch durch Fleisch MKS-kranker Tiere kann die Seuche verschleppt werden.


Wichtig: Der Speichel und die Milch enthalten das Virus schon Tage vor Ausbruch der Krankheit, wenn noch niemand an Vorsichtsmaßnahmen denkt.


Krankheitserscheinungen am lebenden Tier

Die Inkubationszeit beträgt

  • beim Rind: 2- 7 Tage, selten mehr
  • beim Schwein: 2-12 Tage
  • beim Schaf: 1- 6 Tage

Krankheitsbild beim Rind:

Das erste Krankheitszeichen ist Fieber (1-2 Tage), die Tiere beginnen zu speicheln. An der Innenfläche der Lippen, am Zahnfleisch, am zahnlosen Rand des Oberkiefers sowie am Rücken und an den Rändern der Zunge erscheinen Blasen (Schmatzgeräusche sind zu hören). Gleichzeitig entwickeln sich Blasen an den Klauen und Zitzen.


Beim Schwein

sind vorwiegend die Klauen, seltener die Rüsselscheibe oder die Maulschleimhaut befallen. Saugferkel verenden plötzlich, ohne Krankheits-erscheinungen. Am Gesäuge der Sau treten Blasen oder geplatzte Blasen mit blutigem Grund auf. Größere Schweine stehen nicht auf oder zeigen Schmerzen beim Aufstehen, gehen lahm. Bei genauer Untersuchung sind Blasen am Kronrand der Klauen und im Zwischenklauenspalt sichtbar.


Bei Schaf und Ziege

Ähnliche Erscheinungen wie beim Rind, aber weniger stark ausgeprägt.


Anzeigepflicht

Die Maul- und Klauenseuche ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird staatlich bekämpft.


Übertragbarkeit auf den Menschen

Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich. Erkrankungen sind sehr selten - und dann nur mit örtlichen Veränderungen im Mund und an den Händen.


Psittakose (Papageienkrankheit)

Wesen und Weiterverbreitung

Die Psittakose ist eine durch bakterienähnliche Erreger (Chlamydien) hervorgerufene Infektionskrankheit der Papageien und Sittiche, die auf den Menschen übertragbar ist (Zoonose). Beim Menschen verursacht sie das Bild einer Lungenentzündung.


Der Erreger kann unmittelbar von Tier zu Tier oder durch Zwischenträger (Geräte, Staub usw.) übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt am häufigsten durch Einatmen von erregerhaltigem Staub. Über exotische Papageien und Sittiche wird die Krankheit aus Drittländern eingeschleppt.


Krankheitserscheinungen am lebenden Tier

Die Krankheitserscheinungen sind nicht charakteristisch und können trotz bestehender Krankheit und Ausscheidung des Erregers völlig fehlen. Neben allgemeinen Symptomen, wie gesträubtes Gefieder und Appetitlosigkeit sind Nasen- und Augenfluss sowie blutiger Durchfall die wichtigsten Krankheitserscheinungen. Ohne Behandlung verenden die Tiere nach Tagen oder Wochen.


Für die Zucht mit Papageien und Sittichen und für den Handel mit diesen Vögeln ist eine tierseuchenrechtliche Genehmigung erforderlich. Die Genehmigung zur Zucht und zum Handel mit Papageien und Sittichen wird nur erteilt, wenn die Antragsteller

  1. die erforderliche Zuverlässigkeit,
  2. die erforderliche Sachkunde und
  3. die erforderlichen Räumlichkeiten

zur Bekämpfung der Psittakose besitzen.


Zum Nachweis der Zuverlässigkeit ist ein amtliches Führungszeugnis erforderlich und hier einzureichen. Das Führungszeugnis kann bei einem Bürgeramt der Stadt Hagen (mit dem Hinweis: für Sittichzucht - Fachbereich Gesund und Verbraucherschutz) beantragt werden.


Der Nachweis der Sachkunde ist im Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz der Stadt Hagen, Berliner Platz 22, 58089 Hagen vor dem Amtstierarzt zu erbringen. Bestandteil der Sachkundeprüfung ist das Ausfüllen eines Fragebogens, den wir auf Wunsch zusenden.


Der Sachkundenachweis kann jederzeit - nach vorheriger fernmündlicher Vereinbarung (Tel. 02331 207-3111) - während der üblichen Dienststunden hier abgelegt werden. Bei gewerbsmäßigem Handel ist zusätzlich ein Antrag auf Erlaubnis nach § 11 des Tierschutzgesetzes an das Umweltamt der Stadt Hagen, Rathausstr. 11, 58095 Hagen, zu richten. Weitere gewerberechtliche Bestimmungen sind ggf. beim Ordnungsamt/Gewerbeabteilung, Rathaus I, 58095 Hagen, zu erfragen.


Es wird darauf hingewiesen, dass bei Haltung, Zucht und Vermarktung von Papageien und Sittichen (außer Wellensittichen, Nymphensittichen und Halsbandsittichen) die artenschutzrechtlichen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und der Bundesartenschutzverordnung zu beachten sind.


Tollwut

Wesen und Weiterverbreitung

Die Tollwut ist eine akute, tödlich verlaufende, virusbedingte Infektionskrankheit, die vorwiegend Säugetiere und den Menschen befällt. Die Tollwut ist nahezu weltweit verbreitet, lediglich einige Länder mit Insellage (z. B. Japan, Ozeanien, Australien, Neuseeland, Irland oder Großbritannien) sind tollwutfrei.


Der Erreger der Tollwut ist ein Rhabdovirus. Er verursacht bei Mensch und Tier verschiedenartige Krankheitserscheinungen, hervorgerufen vor allem durch entzündliche Veränderungen im Gehirn. Empfänglich für Tollwut sind neben dem Menschen alle Haustiere, z. B. Hund, Katze, Rind, Schaf, Ziege, Pferd, Schwein, sowie viele Wildtierarten, vor allem der Fuchs, aber z. B. auch Dachs, Marder oder Reh.


Das Tollwutvirus wird grundsätzlich mit dem Speichel infizierter Tiere ausgeschieden. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch den Biss tollwutkranker Tiere, aber auch eine Übertragung durch Belecken (Speichel) und Kratzen (anhaftender Speichel an den Pfoten/Krallen) ist möglich. Hierbei gelangt der mit dem Speichel ausgeschiedene Erreger durch Wunden und kleinste Verletzungen der Haut oder durch die Schleimhaut in den Körper. Auch mit schmutzigen Fingern kann er z. B. in die Augenschleimhaut eingerieben werden. Der Erreger wandert entlang der Nervenbahnen zum zentralen Nervensystem (Gehirn), wo er sich intensiv vermehrt. Vom Gehirn breitet sich das Virus wieder in die Peripherie aus; auf diesem Weg werden auch die Speicheldrüsen infiziert, womit der Kreislauf geschlossen ist. Äußerlich gesund erscheinende Tiere können bereits Träger des Tollwutvirus sein und so andere Tiere und Menschen infizieren. So kann z. B. beim Hund bereits 5 Tage vor Ausbruch der klinischen Erscheinungen der Speichel virushaltig sein.


Die Zeit vom Eindringen des Tollwutvirus in den tierischen oder menschlichen Organismus bis zum Auftreten der ersten sichtbaren Krankheitszeichen (Inkubationszeit) ist verschieden lang. Sie kann bis zu 200 Tage betragen und schwankt in der Regel zwischen 14 und 60 Tagen. Sie hängt davon ab, welche Virusmenge aufgenommen wurde und wo am Körper die Eintrittspforte liegt. Befindet sich z. B. die Bisswunde in der Nähe des Kopfes, ist für den Erreger der Weg zum Gehirn sehr kurz; die Inkubationszeit entsprechend kürzer. Die sehr unterschiedliche Entwicklungszeit der Tollwut im Körper von Tier und Mensch erschwert die Erkennung dieser Krankheit. Genaue Beobachtung gefährdeter Tiere ist deshalb dringend notwendig.


Der tollwutkranke Fuchs - Hauptbetroffener und Hauptüberträger

Der tollwutkranke Fuchs - Hauptbetroffener und Hauptüberträger der Tollwut - verliert die natürliche Scheu vor dem Menschen. Er kommt bis auf wenige Schritte an den Menschen heran, dringt auch in Gehöfte, Wohnungen, Stallungen und Hundehütten ein. Die Krankheitserscheinungen sind ähnlich wie beim Hund. Auch der wutkranke Fuchs streunt wahllos herum - oft über weite Strecken außerhalb seines gewohnten Reviers. Er magert dabei schnell ab. Aber noch in diesem Zustand ist er in der Lage, Mensch und Tier anzufallen (Beißsucht).


Beim Rehwild zeigt sich die Tollwut zunächst durch Futterverweigerung. Das erkrankte Wild irrt mit starrem Blick und klagend durch den Wald, dabei stößt es oft mit dem Kopf an Bäume, so dass die Stirn haarlos und blutig wird. Die Tiere magern ab und zeigen Lähmungserscheinungen, die schnell zum Tode führen. Ein sicheres Anzeichen für die Tollwut beim Reh ist der Verlust der angeborenen Scheu oder der Angriff auf Personen.



Tollwutsituation in Hagen (Stand: 07.03.2007)

Die Tollwut gilt in NRW als erloschen und daher ist Hagen nicht mehr Tollwut gefährdeter Bezirk.


Die Gefahr einer erneuten Einschleppung der Tollwut besteht jedoch noch immer. Im Jahr 2006 sind in Rheinland-Pfalz 33 und in Hessen 4 Tollwutfälle bekannt geworden.


Erkrankte Tiere verlieren ihre natürliche Scheu vor Menschen, Hunden und menschlichen Behausungen. Ein Kontakt mit solchen Tieren ist unbedingt zu vermeiden. Ein Tollwutverdacht ist sofort dem Amtstierarzt (Tel.: 02331 207-3111) anzuzeigen.


Besitzern von Hunden und Katzen wird daher dringend geraten, ungeimpfte Tiere gegen Tollwut impfen zu lassen bzw. die Tollwutschutzimpfung auffrischen zu lassen. Mittlerweile sind Impfstoffe auf dem Markt, die einen länger anhaltenden Impfschutz bieten.


Veranstaltungen mit Hunden und Katzen (z.B. Ausstellungen) müssen dem Amtstierarzt mindestens acht Wochen vor Beginn angezeigt werden. Auf die Veranstaltung dürfen nur Tiere mit gültigem Tollwut-Impfschutz mitgebracht werden.


Standort & Erreichbarkeit

Fachbereich für Gesundheit und Verbraucherschutz

Berliner Platz 22, 58089 Hagen


Telefon 02331 207-3555

Belehrung: Telefon 02331 207-3720

Öffnungszeiten

Montag08:30 - 12:00 und 14:00 - 16:00 Uhr
Dienstag08:30 - 12:00 und 14:00 - 16:00 Uhr
Mittwoch08:30 - 12:00 und 14:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag08:30 - 12:00 und 14:00 - 16:00 Uhr
Freitag08:30 - 11:30 Uhr
Samstaggeschlossen
Sonntaggeschlossen

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