Haushaltsabfälle

Unter den Begriff Haushaltsabfälle (vielfach als "Hausmüll" oder einfach "Müll" bezeichnet) fallen Abfälle aus mehreren Bereichen.


Die eigentlichen, "normalen" Haushaltsabfälle sind feste Abfälle, wie sie im Haushalt entstehen:

  • Bioabfälle (pflanzliche Nahrungsmittelreste und Gartenabfälle,
  • Fleischreste und Knochen,
  • Verpackungen (aus Glas, Papier, Kunststoffen, Metall, und Verbundstoffen),
  • Holz,- Leder,
  • Asche aus Holz- und Kohlenheizungen,
  • Altmetalle,
  • Textilien und
  • Elektronikschrott.

"Hausmüllähnliche" Abfälle aus Gewerbe und Industrie sind ebenfalls feste Abfälle, die zusammen mit Haushaltsabfällen entsorgt werden dürfen - meist Pausenabfälle, verunreinigte Verpackungen, Papier bzw. Pappe und Kunststoffe. "Problemstoffe" unter den Haushaltsabfällen sind schadstoff- oder schwermetallhaltige Stoffe - Batterien, Chemikalien (z.B. Lösungs-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Laugen und Säuren), Klebstoffe, Lacke und Leuchtstofflampen. "Sperrmüll" sind ausgediente Gegenstände aus dem Haushalt, die infolge ihrer Sperrigkeit nicht in die üblichen Sammelbehälter passen - z.B. Möbel, Fahrräder, Kinderwagen und großes Spielzeug und Sportgeräte. "Straßenkehricht" sind Abfälle und Schmutz aus der Gehweg- und Straßenreinigung.


In den 50er-Jahren sah die durchschnittliche Zusammensetzung der Haushaltsabfälle in Deutschland wie folgt aus: 60 Gewichtsprozent waren Asche (aus Kohleheizungen), 25% Bioabfälle und 15% Verpackungen - zusammen je Einwohner rund 60 kg im Jahr.


Seither haben sich Zusammensetzung und Menge grundlegend verändert:

  • Heute sind durchschnittlich 40% Bioabfälle, 30% (aber 50 Volumenprozent) Verpackungen, 12% Asche und 18% Sonstiges (Holz, Knochen, Leder, Textilien).
  • Von den Verpackungen sind über 50% Papier und Pappe, etwa 25% Glas, 20% Kunststoffe und der Rest Metalle (Konserven- und Getränkedosen) sowie Verbundstoffe (Getränkekartons).
  • Je Einwohner ist die Menge auf ca. 350 kg pro Jahr angewachsen, gegenüber den 50er-Jahren fast eine Versechsfachung (und bei Verpackungen eine Verzwölffachung). Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf Veränderungen im Einzelhandel (Umstellung vom "Laden um die Ecke" auf Selbstbedienung und Großmärkte).
  • Problemstoffe, die es in den 50er-Jahren praktisch noch nicht gab, machen zwar nur 1% der Menge aus, sie sind jedoch sehr problematisch bei der Deponierung oder Müllverbrennung.

Die erste Stufe der Entsorgung obliegt den Verbrauchern, da sie über ihr Kaufverhalten wesentlich zur Abfallvermeidung beitragen können. Die Haushalte trennen dann die Haushaltsabfälle in die entsprechenden Fraktionen.


In Hagen geschieht dies nach folgendem System:

  • Papier/Pappe und Glas kommen in die entsprechenden Depotcontainer,
  • Verkaufsverpackungen mit dem "Grünen Punkt" werden über den "gelben Sack" oder über die "gelbe Tonne" entsorgt,
  • Restabfall über die Restabfalltonne der Stadt Hagen (HEB-GmbH),
  • Problemstoffe (Haushaltschemikalien etc.) werden über die Sondermüllsammelstelle der HEB-GmbH (auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage) oder über das Umweltmobil entsorgt,
  • "Sperrmüll" wird durch Direktbestellung über die HEB-GmbH entsorgt,
  • "Medikamenten-Abfälle" können bei den Apotheken zurückgegeben werden,
  • Altkleider und Textilien werden über entsprechende Depotcontainer oder über die karitativen Verbände gesammelt,

"Grünabfälle" (Strauchschnitt, Rasenschnitt, Pflanzen aus Beetabräumarbeiten, Laub etc.) können über die Grünabfallkompostierungsanlage entsorgt werden.


Zu schade für den Müll!

Millionenfach werden CDs auf den Markt geworfen und landen früher oder später im Hausmüll. CDs sind zum Wegwerfen viel zu wertvoll. 99% der kleinen Scheiben bestehen aus dem Rohstoff Polycarbonat und der kann problemlos für die Automobilindustrie und Medizintechnik wiederverwertet werden. Vor diesem Hintergrund entwarfen die Abfallberater des Märkischen Kreises und der Stadt Hagen zusammen mit dem Hagener Unternehmen shopdesign Katthöfer eine optisch ansprechende Sammelbox (CD-linder). Die neuen durchsichtigen Kunststoffröhren sollen als "Hingucker" für mehr Akzeptanz an den Sammelstellen sorgen.



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