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Lebensraum unteres Lennetal

Die Renaturierung des unteren Lennetals trägt Früchte: Die Uferschwalbe und der Flussregenpfeifer sind nach Hagen zurückgekehrt!


In der Vergangenheit wurde die Lenne zur Gewinnung von Gewerbegebieten begradigt und zu einem schnell fließenden Fluss mit starrem Korsett umgebaut. Im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie hat die Stadt Hagen die Renaturierung der Lenne in drei Bauabschnitten auf einer Länge von 2,4 km begonnen. Dabei wurden die Wasserbausteine entfernt, das Gewässerbett verbreitert und die Auenbereiche tiefergelegt.

Heute haben die renaturierten Abschnitte wieder ein flaches Flussbett mit Kiesbänken und steilen Uferabschnitten und unterliegen einer natürlichen Dynamik.

Wichtig!

Von Mitte April bis Anfang September ist es wichtig, besondere Rücksicht auf den Flussregenpfeifer und die Uferschwalbe zu nehmen. Dann brüten die Vögel, ziehen ihre Jungen groß und halten sich hauptsächlich in der Nähe ihrer Nester auf.

Daher bitten wir Sie:

  • Machen Sie keinen Lärm.
  • Führen Sie Ihren Hund an der Leine.
  • Bleiben Sie auf den Wegen.
  • Halten Sie Abstand zu den Kiesbänken und den Steilufern.

Wie kann man die Vögel erkennen?

Von Mitte April bis Anfang September halten sich die Vögel in der Nähe ihrer Nester auf. Derweil die Uferschwalbe in dieser Zeit sehr gut bei ihren Jagdflügen über dem Wasser und dem Anflug ihrer Bruthöhlen beobachtet werden kann, ist der Flussregenpfeifer flach über dem Wasser fliegend oder auf der Kiesbank sitzend nur für das geschulte Auge mit dem Fernglas zu entdecken.

Flussregenpfeifer auf Kiesbank. (Foto: Thorsten Klein)

Flussregenpfeifer

  • ca. 15 cm groß
  • Oberseite bräunlich
  • auffallende schwarze Brust- und Stirnfärbung
  • baut Nester auf Kies- oder Sandbänken im Fluss

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Landesamtes für Natur- Umwelt- und Verbraucherschutz

Ufferschwalbe an Steilwand. (Foto: Thorsten Klein)

Uferschwalbe

  • ca. 12 cm groß
  • Oberseite einheitlich braun
  • Kinn, Kehle und Halsseiten sowie Unterseite weiß gefärbt
  • Unterseite von breitem braunen Brustband unterbrochen
  • baut Nester in lehmigen Steilhängen an Flussufern

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Landesamtes für Natur- Umwelt- und Verbraucherschutz

Nur Sommergäste

Im Winterhalbjahr wird man die Vögel vergeblich suchen, denn im Herbst verlassen sie unsere Gefilde und fliegen nach Afrika in ihre Winterlebensräume.

Vorkommen in Hagen

Sowohl die Uferschwalbe, als auch der Flussregenpfeifer kamen bereits in den 70er Jahren für eine kurze Zeit in Hagen vor. Aufgrund von Begradigungen der Flüsse für die sich ansiedelnde Industrie verschwanden sie aber wieder. In den 80er Jahren gelang es, einige Uferschwalben für eine kurze Zeit durch künstlich angelegte Brutplätze anzusiedeln. Erst durch die Renaturierungsmaßnahmen an der Lenne haben sich wieder einige Flussregenpfeifer und Uferschwalben in ihren natürlichen Lebensräumen niedergelassen.

Veränderung durch die Renaturierung

Durch die Renaturierungsmaßnahmen an der Lenne entstanden Schotterflächen, sowie Kiesbänke und Steilufer als natürliche Lebens- und Bruträume für die Vögel. Es ist sehr erfreulich, dass sich bereits während der Bauarbeiten mehrere Brutpaare der Uferschwalbe (zehn Brutpaare) und des Flussregenpfeifers (zwei Brutpaare) dort ansiedelten. Ein kurzes Video auf der Facebook-Seite der Stadt Hagen zeigt die Schönheit der renaturierten Lenne. Facebook-Auftritt der Stadt Hagen

Chance und Risiko

Flüsse und Flussauen sind naturgemäß dynamische und sich ständig verändernde Lebensräume. Eine starke Wasserführung oder ein Hochwasser können das Erscheinungsbild einer Flusslandschaft über Nacht komplett verändern. Es bilden sich neue Uferabbrüche, Kiesbänke werden verlagert und kleine Sandstrände entstehen. Wenngleich sich Flussregenpfeifer und Uferschwalbe an diese Dynamik angepasst haben, sind sie doch gnadenlos den Launen der Natur ausgeliefert. Das Hochwasser im Jahr 2021 hat leider zum Verlust der Bruten der Uferschwalben geführt. Die zwei Flussregenpfeiferpärchen konnten derweil je zwei Junge erfolgreich aufziehen.


Unser Beitrag

Daher ist es umso wichtiger, dass sie einen besonderen Schutz erfahren.


Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, dass die Renaturierung des unteren Lennetals ein nachhaltiger Erfolg wird, indem wir den Tieren ermöglichen, ihre Jungen ungestört großziehen zu können.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die untere Naturschutzbehörde.

Standort & Erreichbarkeit

Umweltamt

Rathausstraße 11, 58095 Hagen


Gemeinsame Untere Umweltschutzbehörde der Städte Bochum, Dortmund und Hagen

Schwerter Straße 168, 58099 Hagen

Termine nach Vereinbarung.

Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt. Die Stadt Hagen ist Mitglied im Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt". Das Bündnis hat sich den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt zum Ziel gemacht.

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